Pechsalbe – heilende Essenz des Winterwaldes

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Früher wusste man noch über die Heilkraft von Fichten- und Tannenharz Bescheid.

So wie Bäume das Harz nutzen um Wunden zu schliessen, so vermutete man die analoge heilende Wirkung bei Mensch und Tier. Harz ist entzündungshemmend, wirkt gegen Viren, Bakterien und Pilze, und ist zusammenziehend. Es ist daher naheliegend, dass Pechsalben als Wundheilungsmittel besonders für Schnitt- und Schürfwunden verwendet wurden. Auch bei Herpes ist Pechsalbe wohltuend für die Lippenpflege. Dick aufgetragen dient es als Zugsalbe bei Spiessen.

Das weisse Baumharz diente ehemals als Kaugummi. Neben dem Kaueffekt und der wunderbaren Frische im Mund machte das Harz die Zähne weiss und wurde bei Karies und Zahnschmerzen geschätzt.

Auch die Bienen wissen Baumharze zu schätzen und sammeln es eifrig um es zu Propolis zu veredeln.

 

Pechsalbe Propolis

 

Ich verwende vor allem Tannen- und Fichtenharz. Man kann es einfach mit einem Taschenmesser von der Rinde kratzen und dann in einem Schraubglas aufbewahren. Ich achte darauf nur einen Teil des Harzes abzukratzen und dem Baum seinen Schutz zu belassen. Jetzt im Winter, wenn wieder viel geschlägert wird, wird man leicht fündig.
Das junge Harz ist noch ganz hell und weich oder sogar flüssig. Es duftet frisch und intensiv. Im Laufe der Zeit wird es fester und dunkler und auch Aroma und Geschmack reifen.
Pechsalbe Harz

Hier ein einfaches Rezept für eine Pechsalbe:

Zutaten:

ca. 30-50g Harz
20 g Bienenwachs
40 g Olivenöl

Zubereitung:

Geben Sie Harz, Bienenwachs und Olivenöl in ein Marmeladenglas und erwärmen Sie die Zutaten auf ca. 80°. Diese Temperatur ist erreicht, wenn sich alle drei Komponenten geschmolzen sind und sich homogen verrühren lassen. Sieben Sie nun durch ein Teesieb (aus Metall) eventuelle Holzstückchen ab. Rühren Sie die Salbe während des Auskühlens mehrmals um, damit Sie eine cremige Paste erhalten. Die Pechsalbe kann nun in kleine Tiegel abgefüllt werden und ist monatelang haltbar.

Ein weiteres altes Rezept für eine Tannensalbe nach Hildegard von Bingen:

Zutaten:

  • 100 g Tannennadeln, Zweige, Rinde, Harz
  • 50 g Salbeiblätter
  • 1/2 Liter Wasser
  • 150 g Mai-Kuhbutter

Zubereitung:

Die Tannenstücke mit Salbeiblättern und Wasser kochen lassen, bis die Flüssigkeit nahezu verdampft ist und nur ein wenig Essenz übrig bleibt. Diese absieben und mit der Butter schmelzen lassen. Die Salbe kaltrühren und in Tiegel abfüllen. (Meine Variation: Fügen Sie ein paar Tropfen ätherisches Fichtennadelöl hinzu.)

Sie soll bei Kopfschmerzen und Migräne gut sein, aber auch für einen klaren Kopf, Herzschmerzen und Gicht. Der Duft ist jedenfalls betörend. Wenn Sie die Augen schliessen, fühlen Sie sich wie bei einem erholsamen Waldspaziergang – selbst im zentralbeheizten Büro.

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