Senf, Ketchup, Mayonnaise – selbstgemacht & supergesund

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Senf, Ketchup, Mayonnaise – was wäre eine eine sommerliche Grillparty ohne diese Zutaten? Wie herrlich nach dem langen Winter und den Ausgangsbeschränkungen endlich wieder draussen essen zu können. Aber wussten Sie, wieviele fragwürdige Zutaten in unseren Lieblingsgrillsaucen zu finden sind? Da gibts nur eines: Ran an den Kochlöffel. Schlagen Sie sich Ihren Senf selber auf, mixen Sie Ihr Ketchup aus köstlichen Zutaten und rühren Sie sich eine Omega-3 Mayonnaise. Frönen Sie der simplen Kochkunst – Sie brauchen keine Fertigprodukte aus dem Supermarkt!

Senf, Ketchup, Mayonnaise
Bild von Th G auf Pixabay

Sie zweifeln noch? Hier eine kleine Liste der Lebensmittelzusatzstoffe, die klassischerweise in Senf, Ketchup, Mayonnaise und Co zu finden sind:

Maissirup (Fructose-Glucose-Sirup) ist ein billiger, hochraffinierter künstlicher Süssstoff, der in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln zu finden ist. Er ist regalstabil, super süss und macht sehr süchtig. Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang von Maissirupkonsum mit Adipositas und Diabetes.

Natürliche Aromen – ein hinterhältiger Begriff. Klingt vertrauenserweckend, aber sie stammen aus pflanzlichen oder tierischen Quellen und werden in den Laboratorien unserer Lebensmittelchemiker hergestellt, die allerlei Chemikalien, Konservierungsstoffe, Lösungmittel und „zufällige Zusatzstoffe“ hinzufügen, um ein Aromamittel zu erhalten, mit dem sich der mangelnde Geschmack von Lebensmitteln aufbessern lässt. Unter „natürlich“ stellen wir uns normalerweise etwas anderes vor.

Künstliche Farbstoffe lassen Lebensmittel frisch und besonders attraktiv aussehen – besonders für Kinder. Ihre Sicherheit ist recht umstritten. Studien belegen einen Zusammenhang mit ADHS und das Allergiepotential ist hoch. Interessanterweise werden in besonders ungesunden Lebensmitteln auch auffallend viele Lebensmittelfarbstoffe gefunden.

Transfette sollten eigentlich schon längst aus der globalen Nahrungmittelversorgung verschwunden sein. Dass von Nahrungsmitteln, die einen höheren Anteil an Transfettsäureestern enthalten, eine Gesundheitsgefahr ausgeht, ist inzwischen hinreichend belegt. Vor allem das Verhältnis von LDL zu HDL wird negativ beeinflusst, was per Atherosklerose zu einem deutlich erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko führen kann.

Lassen Sie sich auch nicht von Schlagworten auf Lebensmittel-verpackungen irreführen: Vergleichen Sie die Zutatenliste mit angeblichen Prädikaten wie „natürlich“, „Vollkorn“, „fettarm“, „kein Zuckerzusatz“, „Bio“, „leicht“, „kalorienarm“, „glutenfrei“. Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es eventuell auch so.

Fazit? Verwenden Sie so oft wie möglich natürliche Lebensmittel, vielleicht sogar aus dem eigenen Garten oder Blumentopf. Bereiten Sie die Mahlzeiten für sich und Ihre Familie wann immer es geht selbst zu. Nur dann wissen Sie, was wirklich drinnen steckt. Mal davon abgesehen macht es auch Spass immer wieder neue, köstliche Rezepte auszuprobieren und seine Lieben damit zu verwöhnen.

Rezept „Gelber Senf“

  • 250 ml Wasser
  • 125 ml Apfelessig
  • 3/4 Tassen Senfmehl
  • 1 TL Meersalz
  • je 1/2 TL Kurkuma, Knoblauchpulver und Paprika

Alle Zutaten bis auf den Apfelessig in einem kleinen Topf aufkochen und bei niedriger Hitze unter häufigem Umrühren zu einer dicken Paste einkochen lassen. Dann den Apfelessig dazugeben und weiterköcheln bis der Senf die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Abkühlen lassen und in ein sauberes Schraubglas füllen. Im Kühlschrank hält sich dieser Senf zwei, drei Monate.

Für Honig Senf rühren Sie unter die lauwarme Senfpaste Honig nach Geschmack ein. Auch Ahornsirup ist gut geeignet.

Rezept „Dijon Senf“

  • 40g gelbe Senfsamen
  • 40g schwarze Senfsamen
  • 1 EL Senfmehl
  • 75 ml Weissweinessig
  • 75 ml Apfelessig
  • 2 TL Ahornsirup
  • 1 TL Meersalz

Rühren Sie alle Zutaten zusammen und lassen Sie sie einige Stunden gut durchziehen. Geben Sie die Masse dann in den Mixer und zerkleinern Sie die Zutaten bei hoher Geschwindigkeit bis der Senf eindickt. In einem sauberen Schraubglas hält er sich im Kühlschrank etwa einen Monat.

Senf, Knoblauchflocken, Paprika
Bild von Enotovyj auf Pixabay

Rezept „Tomaten Ketchup“

  • 1 EL Kokosöl
  • 3 Sternanisblüten
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 TL Koriander gemahlen
  • eine Prise Chili (oder ein Stück frischer Chili)
  • 1 grosse gehackte Zwiebel
  • 1 TL Meersalz
  • schwarzer Pfeffer
  • 3 gepresste Knoblauchzehen
  • 1kg aromatische Tomaten
  • 2 EL Balsamico
  • 1 EL Ahornsirup
Bild von Satinder Singh Chugh auf Pixabay

Kokosöl ein einem Topf schmelzen, die Gewürze sanft anrösten bis sie duften, dann Zwiebeln hinzufügen und leicht bräunen. Knoblauch und Tomaten zugeben und bei milder Hitze bis zur gewünschten Konsistenz reduzieren.

Balsamico und Ahornsirup zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anis und Lorbeerblätter entfernen, kräftig durchmixen und in Flaschen abfüllen. Gekühlt etwa einen Monat haltbar.

Bild von RD LH auf Pixabay

Rezept „Aquafaba Mayonnaise“

  • 3 EL Aquafaba (Kochwasser von Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Kichererbsen)
  • 1 TL Senf
  • 1/2 TL Meersalz
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Apfelessig
  • 125 ml Rapsöl (mit besonders hohem Omega-3-Anteil)

Geben Sie die Zutaten nacheinander in einen hohen Mixbecher. Warten Sie kurz, bis sich die Schichten einigermaßen getrennt haben. Stellen Sie nun einen Stabmixer in den Mixbecher und starten Sie den Prozess. Ziehen Sie den Mixstab sehr langsam in die Höhe während sich von unten her Schicht für Schicht verdickt und emulgiert.

Statt Rapsöl können Sie auch (zum Teil) ein mildes Olivenöl verwenden. Mit etwas frisch gepresstem Knoblauch eine wunderbare Aioli. Sollten Sie kein Aquafaba zur Hand haben: Das gute alte Ei tut es natürlich auch. Haltbarkeit: Etwa ein Monat im Kühlschrank.

Bild von LC-click auf Pixabay

Ich wünsche Ihnen allen einen traumhaften Sommer. Er wird anders sein, als die Sommer der vergangenen Jahre. Vielleicht wird es aber auch ein ganz besonderer Sommer in dem wir die Kleinigkeiten des Lebens wieder bewusster geniessen, uns auf Qualität statt Quantität besinnen, Sonne tanken für die Seele und einen guten Vitamin D Spiegel. Halten Sie Ihren Körper gesund und unterstützen Sie ihn mit echten Lebensmitteln für mehr Wohlbefinden und Lebensfreude.

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