Ökologisch Wäsche waschen mit Rosskastanien

Rosskastanien
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Wäsche waschen mit Rosskastanien? Ökoquatsch oder die neu entdeckte heimische Waschnuss? Auf der Suche nach Alternativen zu den Chemiebomben in Pulver- oder Flüssigform bin ich auf einige spannende Rezepte gestoßen.

Ähnlich wie die indische Waschnuss enthalten unsere Rosskastanien einen beachtlichen Anteil an Saponinen, die als naürliche Seife wirken und mit Wasser schäumen und Schmutz lösen. Dabei sind sie sehr ergiebig: Mit einem Kilo Rosskastanien können 50 Waschmaschinenladungen gewaschen werden. Der Vorteil gegenüber der indischen Waschnuss liegt auf der Hand: Wozu in die Ferne schweifen? Jetzt im Herbst liegt das Gute gratis auf dem nächsten Spazierweg im Park. Man braucht es nur aufzuheben.

Rosskastanien verfügen nicht nur über eine gute Waschkraft, sondern sind auch sanft zur Haut. Weiss- und Buntwäsche können genauso gewaschen werden wie Wolle oder Seide. Die natürlichen Seifen können im Kreislauf der Natur gut abgebaut werden. Der Rest der Kastanien bereichert den Kompost.

So stellen Sie Ihr Waschmittel aus Rosskastanien her:

Sammeln Sie nur so viele Kastanien, wie Sie auch verwenden möchten, denn wenn sie trocken werden, sind sie sehr schwer zu verarbeiten. Sie brauchen nur die glänzenden braunen Früchte. Die stacheligen Hüllen eignen sich nicht zum Waschen. Ein paar Tage lassen sie sich im Haus frisch aufbewahren. Dabei am besten täglich wenden, damit sie nicht schimmeln. Im Freien (in schattiger, luftiger Kühle) verlängert sich die Haltbarkeit.

Um die Waschlauge herzustellen, müssen die Kastanien zerkleinert werden. Wenn sie ganz frisch sind, kann man sie klein schneiden. Ich lege sie auf einen Hackstock und zerquetsche sie mit einem Hammer. Das geht auch noch, wenn die Trocknung schon fortgeschritten ist. Die Kastanienkrümel kann man nun über Nacht einweichen (ca. 8 Kastanien auf einen Liter Wasser) oder wenn es schneller gehen soll kurz aufkochen und dann eine Stunde ziehen lassen. Die Flüssigkeit kann dann abgesiebt und ins Waschpulverfach der Maschine gegeben werden. Die Kastanien können Sie für mindestens 1-2 weitere Ansätze verwenden.

Die Waschwirkung lässt sich noch verbessern, indem man ca. 50ml hellen Essig zum Waschwasser gibt. Besonders bei Wolle und Seide erhält man so einen schönen Glanz.

Zu stark verschmutzter Buntwäsche kann man einen gehäuften Teelöffel Natron statt Essig dazu geben. Zu Weisswäsche einen Teelöffel Natron und einen Teelöffel Waschsoda (das leicht bleicht). Bei beiden Varianten empfiehlt sich ein Stamperl Essig ins Weichspülerfach zu geben. Keine Sorge – die Wäsche riecht überhaupt nicht nach Essig nach dem Waschen und wird wunderbar weich und bügelleicht, besonders, wenn Sie die Möglichkeit haben, die Wäsche im Wind trocknen zu lassen.

Wäsche trocknen

Wenn Sie duftende Wäsche lieben, geben Sie ein paar Tropfen Lavendelöl oder Zitronenöl ins Weichspülerfach (ev. in etwas Alkohol auflösen). Oder legen Sie Lavendelkissen oder duftende Seifenstücke in den Wäscheschrank.

Seife Lavendel

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Sie schonen nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern auch Ihre Haut, die nicht mit chemischen Waschmittelrückständen zu kämpfen hat. Besonders bei Bettwäsche ist dies zu empfehlen, bzw. bei dunkler oder schwarzer Buntwäsche, bei der Waschmittelreste oft zu Flecken führen.

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